in Biografische Portraits

Karl Blaimschein: Wie ein Bauernsohn zum Recycling-Pionier wurde

Dass man nicht Techniker oder Chemiker sein musste, um eine Pionierleistung auf dem Gebiet der Kunststoffverarbeitung zu vollbringen, belegt die Biografie des oberösterreichischen Bauernsohnes Karl Blaimschein. Sein Leben wäre wahrscheinlich anders verlaufen, hätte er nicht das Trauma des Zweiten Weltkriegs vor Stalingrad er- und überlebt. Dieses Trauma kompensierte er nach seiner Rückkehr auf den Bauernhof in tiefer Dankbarkeit für sein Überleben durch lebenslanges Engagement für sein Umfeld. Dazu zählten u.a. der Aufbau einer Weiterbildungsorganisation für die bäuerliche Jugend und eine langjährige Tätigkeit in der oberösterreichischen Landespolitik mit zahlreichen Initiativen zur Verbesserung der Einkommen und der sozialen Absicherung des Bauernstandes. Seine Pionierleistung auf dem Gebiet der Kunststofftechnik ist eng verbunden mit dem frühzeitigen Erkennen der Notwendigkeit von Umweltschutz im ländlichen Raum. Leere Kunstdüngersäcke und ausgediente Agrarfolien sollten nicht länger unkontrolliert deponiert, sondern gesammelt und rezykliert werden. In der Folge baute er ab 1972/73 in Oberösterreich ein Kunststoff-Sammelsystem auf und richtete auf seinem Bauernhof Österreichs erste Kunststoff-Recyclinganlage ein. Das von ihm gegründete Unternehmen OKUV erzeugt heute in zweiter Generation immer noch Kunststoff-Regranulate.

Download Veröffentlichung: ÖKZ 2019 01-02 Pionierportrait Blaimschein